Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasser- und Schifffahrtsamt Trier

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Inhalt: Ausbau des Oberen Vorhafens Wintrich

Die Mosel wurde beim Ausbau vor 45 Jahren für ein Transportaufkommen von 10 Mio. Gütertonnen pro Jahr ausgelegt. Diese Kapazitätsgrenze wird mit rund 16 Mio. Tonnen, die jährlich auf der Mosel transportiert werden, weit überschritten. Hinzu kommen zusätzlich bis zu 5.000 Vorschleusungen für Fahrgast-/Fahrgastkabinenschiffe an vereinzelten Schleusen.

Um den Engpässen an der Mosel entgegenzuwirken, wird neben der bestehenden weit über 40 Jahre alten Schleuse eine zweite Schleusenkammer errichtet. Derzeit befinden sich die zweiten Schleusen in Zeltingen und Fankel im Bau.

Nach Fertigstellung der zweiten Schleuse in Zeltingen 2009/2010 ist vorgesehen, mit dem Bau der zweiten Schleuse Trier fortzufahren. Im Turnus von 2,5 Jahren werden die weiteren zweiten Schleusen errichtet, mit dem Ziel, der Schifffahrt nach Fertigstellung der Gesamtmaßnahme einen, den Anforderungen der heutigen Zeit entsprechenden wirtschaftlichen Verkehrsweg bieten zu können. Im Rahmen dieser Maßnahme werden auch die Vorhäfen den neuen Anforderungen angepasst.

Insbesondere an der Schleuse Wintrich wurde die Schifffahrt durch ungünstige Strömungsverhältnisse, verursacht durch das "vorspringende" linke Ufer, bei der Einfahrt in den oberen Vorhafen sehr stark beeinträchtigt. Bedingt durch die vorherrschende Strömung zum Wehr hin, driften die einfahrenden Schiffe zum gegenüberliegenden rechten Ufer hin ab. Es war dringend geboten die Einfahrverhältnisse im Oberen Vorhafen zu verbessern.

Aus diesem Grund wurde das Projekt "Ausbau des Oberen Vorhafens Wintrich" als Teil der Maßnahme "Bau der zweiten Schleuse Wintrich" vorgezogen, mit dem Ziel, schnellstmöglich die ungünstigen Einfahrtsverhältnisse zu verbessern, um somit die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs gewährleisten zu können. Zu einem späteren Zeitpunkt wird die zweite Schleuse sowie der unterer Vorhafen errichtet. Hierfür wird ein gesondertes Planfeststellungsverfahren durchgeführt.

Der nun in der Örtlichkeit umgesetzte Uferlauf basiert auf einem von der Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe durchgeführten Modellversuch zur Optimierung / Verbesserung der Ist-Situation. Das linke Ufer wurde um maximal 30 m zurückverlegt. Es wurden etwa 90.000 m³ Boden bewegt. Hiervon konnten cirka 12.000 m³ für die Geländeangleichung wieder eingebaut werden. Das überschüssige Baggergut wurde per Lkw zu nahe gelegenen Kiesgruben transportiert und dort eingebaut.

Übersicht Schleuse Wintrich - Darstellung des künftigen Uferverlaufs Die rote Linie entspricht der Trasse des künftigen Uferverlaufs

Die Uferwand, die als Liegeplatz für die Schifffahrt dient, ist als einfach verankerte Spundwand mit einer Gesamtlänge von 450 m ausgebaut. Die Oberkante der Uferwand liegt 1,50 m über dem Normalstau. Entlang der Uferwand wird ein gepflasterter Weg als Zufahrt zum Liegeplatz ausgebaut, der am oberen Ende einen Wendehammer und am unteren Ende eine Anbindung an die Kreisstraße K 53 erhält. Da die Uferwand der Schifffahrt als Start-, Warte- und Liegeplatz dienen wird, wurde eine der Nutzung entsprechende Ausstattung mit Beleuchtung, Pollern und Steigleitern vorgesehen. Entlang der K 53 wird der Rad- und Wirtschaftweg verlängert und entsprechend ausgebaut.

Baumaßnahme mit Blickrichtung zur Schleuse Wintrich Baggerarbeiten im Oberen Vorhafen Wintrich

Ein weiterer Bestandteil der Baumaßnahme ist die Ersatzmaßnahme "Auf der Obersten Ray" etwa 3 km stromaufwärts, die alle mit der Baumaßnahme einhergehenden Eingriffe kompensiert. Auf den ehemaligen Weinbergsflächen wurde eine Flachwasserzone mit Moselanbindung hergestellt. Das hierbei anfallende Baggergut, etwa 12.000 m³, wurde per Lkw zu den nahe gelegenen Kiesgruben verbracht.

Ersatzmaßnahme

Anfang April 2008 haben die Arbeiten zum Ausbau des Oberen Vorhafens Wintrich und der Ersatzmaßnahme begonnen. Die Maßnahme ist bis auf die Herstellung der Zuwegungen und einzelner Restmaßnahmen weitestgehend abgeschlossen. Mitte 2009 ist mit dem Abschluss zu rechnen.

Den Auftrag zur Durchführung der Baumaßnahmen mit einem Auftragsvolumen von rund 4,5 Mio. € hat die ARGE Wintrich, bestehend aus den Firmen Wacht und Lehnen, erhalten.